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Phänomen Scham

Serge Tisseron

Psychoanalyse eines sozialen Affektes

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4,35 €

Verlag
Ernst Reinhardt Verlag
Sprache
Deutsch
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4-7 Werktage* (Deutschland)

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Produktbeschreibung

Schäm’ Dich!” sagen wir zu einem kleinen Kind, wenn es etwas angestellt, gegen eine gesellschaftliche Konvention verstoßen hat. Später schämt sich der Erwachsene, wenn er den Etiketten einer bestimmten sozialen Gruppe nicht gerecht wird. Dies ist jedoch nur ein Aspekt der Scham. Denn Scham hat viele Gesichter. Immer aber ist Scham ein soziales Phänomen: Wer Scham empfindet, sieht sich am Rande der Gemeinschaft, er schämt sich vor den anderen. Scham verknüpft auch aufeinanderfolgende Generationen miteinander und kann sogar von einer zur anderen weitergegeben werden.
An zahlreichen Fallbeispielen zeigt der Autor, in welchen Situationen Scham entstehen kann: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Schuld, Erniedrigung, Vergewaltigung, Deportation, Folter. Er beschreibt die verschiedenen psychoanalytischen Erklärungsansätze und leitet daraus therapeutische Maßnahmen ab, wie das Gefühl der Scham im psychoanalytischen Behandlungsverlauf erkannt und genutzt werden kann.

Aus dem Inhalt:
Theoretische Ansätze in der Psychoanalyse zum Phänomen der Scham: Der “blinde Fleck” der Freudschen Theorie. Scham und Narzißmus. Eine verborgene Theorie der Scham im Werk Freuds. Scham und Verkapselungen des Ich
Besetzungen und Gegenstände der Scham
Untersuchung einiger schamerzeugender Situationen: Die Erfahrung der KZ-Haft. Reaktionen auf Scham als Folge der Folter. Gewalt in der Familie und Scham
Die Weitergabe der Scham in der Familie: Verschiedene Arten des Familiengeheimnisses. Die generationenübergreifende Scham. Scham aus unbewältigter Trauer. Scham wegen eines unsagbaren Ereignisses aus der vorangegangenen Generation
Der Umgang mit der Scham: Scham als Symptom und Scham als Warnsignal. “Anpassungsmaßnahmen” an die Scham
Die Verschiebungen der Scham: Eine Scham anstelle mehrerer. Defizitäre Symbolik und Scham
Sensibilisierung für die Scham in der psychoanalytischen Praxis: Eine symbiotische Beziehung herstellen und Verleugnungen aufheben. Suggestion vermeiden. Der Scham ihren Wert geben. Die generationenübergreifende Rekonstruktion der Scham. Scham eines anderen und Aggressivität in der Übertragung
Ein therapeutischer Ansatz für die Scham: Die Vermittlung durch Bilder