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Geglückte Balance

Friedrich Dieckmann

Auf Goethe blickend

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4,11 

Verlag
Insel Verlag
Sprache
Deutsch
Artikel-Nr.
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4-7 Werktage* (Deutschland)

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Produktbeschreibung

Die Frage nach der Modernität Goethes stellt sich für Friedrich Dieckmann nicht – wer Goethe als “Dichterfürsten” vermeintlich rühmt, hat ihn genauso wenig verstanden wie einer, der ihn, in der Nachfolge Ludwig Börnes, als “Fürstenknecht” schmäht. Auch der Klassiker Goethe ist ein Klischee; es sind die Häutungen, die Verwandlungen dieses Autors, die, über die Einschnitte seiner und unserer Zeit hinweg, Gestalt und Werk lebendig machen – man muß nur zu lesen wissen.

Hierbei zu helfen ist das Anliegen der zehn Essays, die Dieckmann zum Werk Goethes vorlegt. Der zeitliche Rahmen dieser Essays wird abgesteckt durch den Urfaust, das bestürzend kühne Jugendwerk, das seine Überlieferung der Sorgfalt eines Hoffräuleins verdankt, und den zweiten Teil der Fausttragödie, das große Alterswerk, das Goethe erst nach seinem Tod der Öffentlichkeit übergeben wissen wollte. Dazwischen geht es unter anderem darum, wie schwer sich der Napoleon-Bewunderer Goethe tat, den einschneidenden politischen Wandlungen von 1813/14 standzuhalten, und wie er sie, wenig glücklich, dramatisch verarbeitete, um sich danach in einen Orient der Poesie, den West-östlichen Divan, zu retten. Und in erfrischend unkonventionellen Gedichtinterpretationen zeigt sich die “geglückte Balance” zwischen Liebe und Beruf, Politik und Poesie, die Goethes Lebenshaltung prägt; sie kann heute wie damals ein Anhalt sein.