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Die blinde Fotografin

Paul Brodowsky

Erzählungen

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Verlag
Suhrkamp
Sprache
Deutsch
Artikel-Nr.
Lieferzeit
4-7 Werktage* (Deutschland)

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Bei jedem der Bücher handelt es sich um gespendete, gebrauchte Bücher, die auf diesem Wege einen neuen Leser finden möchten.
Produktbeschreibung

»Konzentrier dich, sagte sie, deine Bilder, du sollst sie mir beschreiben, ich will alle deine Eindrücke, sagte sie, möglichst genau.« Eine Fotografin verliert ihre Sehkraft, sie beauftragt ihren Freund, ihr zu beschreiben, was er sieht. Er hetzt durch die Stadt, sammelt Eindrücke, will die Erblindende in der Welt der Farben und Formen halten – während sie längst ihren Abschied inszeniert, ihr letztes, ein existentielles Foto.

Ein junger Komponist bemerkt, daß seine Freundin eine Affäre mit seinem Freund und Konkurrenten hat, ein schlafloser Stalker irrt durch das nächtliche Berlin und fühlt sich zunehmend selbst beobachtet, beinahe bedroht.

– Paul Brodowsky erzählt von den Kippmomenten in Beziehungen, beschreibt das Augenaufreißen kurz vor der Verzweiflung oder der Entscheidung. Seine Figuren machen flüchtige Kontakte in der U-Bahn, jagen dem Geheimnis des Gegenübers hinterher und geraten in fremde, exotische Räume. Sie gehen durch die Nacht und versuchen

sich das Geschehene zu erklären. Sie verlieren das Bewußtsein und gewinnen Einblick

in ihre Obsessionen – dabei überlagern sich Einbildung und Erinnerung, überscharfe

Wahrnehmung und Wahnvorstellung. Wie eine Sammlung von Polaroids legt Paul Brodowsky

die Bestandteile seiner Erzählungen nebeneinander, die Nähe zwischen den Figuren

setzt sich aus Bewegungen zusammen, die fragmentarisch bleiben, selten ein ganzes

Bild ergeben – und zugleich in ihrer Atemlosigkeit einen großen Sog entfalten.