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Lidia Ginsburg
Aufzeichnungen eines Blockademenschen
Zustand: Gut
5,33 
Zuza Zak
Polska
Zustand: Gut
15,00 
Adam Soboczynski
Traumland
Zustand: Wie neu
4,00 
Jochen Schmidt
Gebrauchsanweisung für Rumänien
Zustand: Gut
7,40 
Memorial
Zustand: Sehr gut
15,00 
Tino Eisbrenner
Das Lied vom Frieden
Zustand: Gut
9,00 
Yakup Kadri
Der Fremdling
Zustand: Gut
Preisspanne: 6,30 € bis 11,03 €
Anna König, Hansen Hoepner, Paul Hoepner
Alle an Bord
Zustand: Gut
4,00 
Simon Shuster
Vor den Augen der Welt
Zustand: Gut
11,00 
Michail Ryklin
Leben, ins Feuer geworfen
Zustand: Gut
9,51 
Produktbeschreibung

900 Tage war Leningrad von der deutschen Wehrmacht eingeschlossen, bevor die Rote Armee am 27. Januar 1944 den Belagerungsring sprengte. Mehr als eine Million Bürger kamen in der Stadt um – ein Kriegsverbrechen, das noch immer nicht Teil der deutschen Erinnerungskultur geworden ist.

Anders als viele Künstler und Intellektuelle, die sich evakuieren ließen, harrte Lidia Ginsburg in Hunger und Kälte aus, weil sie ihre alte Mutter nicht allein lassen wollte. Erst Jahrzehnte später veröffentlichte sie ihre Aufzeichnungen eines Blockademenschen − ein Bericht, der weniger an ein Tagebuch als an die Arbeitsskizzen eines Verhaltensforschers denken lässt.

Was ist ein Blockademensch? Es ist jemand, der langsam und in vollem Bewusstsein an Hunger und Kälte zugrunde geht: nicht im Lager, sondern in der Stadt, unter Arbeitskollegen, im Kreis der Familie, in den Wohnungen, wo »die Menschen wie erfrierende Polarforscher um ihr Leben kämpfen«.

Wie der verhungernde Mensch seinen fremd werdenden Körper als sterbende Materie erlebt, wie er im Kreis zu rennen beginnt, wie seine Gereiztheit in Grobheit gegen seine Nächsten umschlägt, wie ihn die eigene Niedertracht quält und reut − das alles beschreibt Ginsburg mit einer Scharfsicht, die an Simone Weils logische Untersuchungen des Schmerzes erinnert. 2006 tauchte im Nachlass − eine Sensation − die »Erzählung von Mitleid und Grausamkeit« auf. Ein Text, der als narrativer Kern der »Aufzeichnungen« gelten kann. Nach den Lektüre-Erfahrungen mit Schalamow und Agamben liest man das Buch heute als ein weiteres Lehrstück in negativer Anthropologie.